Speisewagen leer auf halber Strecke (Allgemeines Forum)

Avmz, Samstag, 02. Juli 2011, 16:18 (vor 2697 Tagen) @ Fabian318

Immerhin verdienen die bei den Preisen ja anständig an dem Zeug.


Nach allem, was ich gehört habe, lässt sich aus der Bordgastronomie kein wirklicher Gewinn ziehen. Das ist mehr nur eine Serviceleistung, die erwartet wird.

Wenn ich keinen Gewinn mache, sollte man den Fehler zuerst bei mir suchen.

Ich denke, ein Speisewagen oder Bistro ist wirtschaftlich zu führen, wenn ich es wie in einem normalen Restaurant machen. Also geöffnet habe wenn der Kunde will und nicht umgekehrt. Meint hier, ich kann mich als Gast darauf verlassen, dass der Wagen im Zug ist, geöffnet hat, Personal vorhanden ist, die Technik funktioniert und die Ware ausreichend am Lager ist.

Weil das nicht gegeben ist, werden eben viele schon am Bahnhof kaufen, also fehlen Kunden.

Das Bistro-Konzept im IR wurde doch auch erst als wirtschaftlich nicht tragfähig bezeichnet. Der IR-Erfinder Karl-Dieter Bodack hat dann aber an Modellrechnungen und später auch im Betrieb bewiesen, das es geht. Erst als die Bahn dann wieder durch Änderungen des Konzeptes das Original versaut hat, ging es bergab. (Siehe im EK-Buch "InterRegio. Die abenteuerliche Biografie eines deutschen Zugsystems.")

Das ganz ist heutzutage (leider) Systemgastroniomie. Also ein minimaler logistischer Aufwand weil alles fertig verpackt ist und das Sortiment immer gleich ist. Kosten für die Ware wie die Logistik sind also gering, dass Prinzip McDonald. Wenn ich dieses, was ja offensichtlich der Fall ist, nicht im Griff habe und schnell bundesweit auf den tatsächlichen Bedarf reagieren kann, stimmt etwas im System nicht.

Die Preise sind im Zug ja relativ happig, da würde ich bzgl. Service auch einen einheitlichen Standard erwarte (verlangen). Allerdings ist die Kompetenz und vor allem Freundlichkeit des Personals doch sehr unterschiedlich.

Auch die Qualität und vor allem Quantität schwangt sehr. So finde ich im Vollspeisewagen das Bordfrühstück für Euro 9,90 sehr gut. Sowohl Qualität wie Quantität stimmen. Würde ich mir 2-3 Brötchen und zwei Kaffee im Bahnhof (wo es ja auch teuer ist) kaufen, wäre es auch nicht preiswerter.

Dafür sind die verschiedenen Brote (Vollkornschnitten, Toast und Baguette im Bistro bzgl. Geschmack/Belag/Zutaten und Preis arg unverschämt.

Die monatlichen Aktionsessen finde ich Qualitativ sehr gut, aber das man für den Preis nicht satt werden kann schreckt mich immer ab. Dann greife ich doch zum Käseteller, da gibt es genug Sättigungsbeilage in Form von Brot und Brötchen.

Wie war das denn zu Mitropa Zeiten vor dem Krieg? Dort galten die Speisewagen doch als beste Adresse, waren die profitable?

Gruß Avmz


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